Thymian:
Tee, Gewürz und sagenumwobenes Kraut

Viele Mythen und Geschichten kreisen sich um das würzige Kraut aus dem Süden. Von den alten Griechen und Ägyptern bis zu den Rittern des Mittelalters gibt es Spannendes rund um den Thymian zu entdecken. Was das alles ist, lesen Sie hier.


Von den Pyramiden bis zur Akropolis

Hinter der Bezeichnung „Thymian“ steckt das griechische Wort „thymos“, was so viel wie „Mut“ bedeutet. Kaum verwunderlich also, dass sich die Griechen vor einem Kampf mit einem Thymiangetränk stärkten, um sich buchstäblich Mut anzutrinken. Denn die Griechen waren sich sicher: Thymian muss ein „Geschenk der Götter“ sein! Das grüne, verästelte Kraut schenkte ihnen nicht nur Mut, sondern sollte auch bei allerlei Wehwehchen des Alltags helfen. Zur Linderung von Beschwerden war beispielsweise ein wohltuendes Thymianbad sehr beliebt. Auch die alten Ägypter schätzten die vielseitigen Vorzüge des Heilkrauts. Anders als ihre Nachbarn jenseits des Meeres, nutzten sie den Thymian nicht nur, um den Kampfgeist ihrer Krieger zu stärken, sondern auch als Konservierungsmittel bei der Vorbereitung der Mumifizierung.

Magisches Kraut

Auch im Mittelalter war der Thymian als traditionelles Heilmittel weit verbreitet. Aber das war noch nicht alles: Dem Kraut wurden übernatürliche Kräfte zugeschrieben! Wer z.B. einen Thymianzweig verbrannte, der sollte durch den Rauch das Böse abwehren und drohendes Unheil abwenden können. In England glaubten Kräuterkundler sogar, dass einem nach der Einnahme von Thymian Feen erscheinen würden. Doch es geht auch ganz ohne Hokuspokus: Tapfere Ritter klemmten sich vor einem Kampf stolz Thymianzweige als Zeichen für Mut und Tapferkeit an die silberne Rüstung – gerne übernahm dies auch eine holde Adelsdame.

Vielseitige Heil- und Gewürzpflanze

Neben seinen wohltuenden Eigenschaften überzeugt der Thymian auch in mediterranen Speisen. Die meisten haben ihn wahrscheinlich in der Gewürzmischung Kräuter der Provence für den täglichen Einsatz im Küchenschrank. Das würzige Kraut, das ursprünglich aus den warmen und sonnigen Mittelmeerregionen stammt, erfreut sich auch hierzulande in vielen Kräutergärten großer Beliebtheit. Auch in Honig wird das mediterrane Kraut verarbeitet. Durch das feinherbe Kräuteraroma ist der Thymianhonig meist nicht so süß wie andere Honigsorten und ein kleiner Gaumenschmaus auf jedem Frühstückstisch.

Wohltuend bei Erkältungen

Auch in Sachen Gesundheit ist der Thymian ein echter Tausendsassa. Ihm werden viele wohltuende und lindernde Eigenschaften nachgesagt. Manche davon konnten sogar belegt werden, wie z.B. die Linderung einer entzündeten Mundschleimhaut bei äußerlicher Anwendung. Auch bei einer Bronchitis ist der Thymian eine echte Wohltat – und ganz besonders als wärmender Tee.

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