Die Passionsblume: Glaubenssymbol, exotischer Blickfang und Einschlafhilfe

Die Passionsblume ist ein echter Hingucker. Neben ihrer einzigartigen Blütenpracht können sich auch ihre inneren Werte sehen lassen. Was die exotische Pflanze so alles drauf hat, lesen Sie hier.


Symbol des Glaubens

Als spanische Missionare bei ihrem Streifzug durch das neu entdeckte Amerika das erste Mal die Passionsblume zu Gesicht bekamen, konnten sie ihren Augen kaum glauben: In Ihrer zauberhaften Gestalt meinten sie unzählige, religiöse Symbole zu erkennen, die den Leidensweg von Christi nachzeichnen. Die zehn Blütenblätter sollten die Apostel zeigen, natürlich ohne Judas und Petrus war auch nicht mit dabei. Der Strahlenkranz stellte die Dornenkrone dar, die Jesus zur Strafe tragen musste. Die drei Narben in der Mitte der Blüte sollten die Nägel symbolisieren, mit denen Jesus ans Kreuz geschlagen wurde. Kaum verwunderlich also, dass sie der exotischen Pflanze den Namen Passionsblume gaben. Übersetzt bedeutet ihr lateinischer Gattungsname Passiflora nämlich eben genau das.

Schüchterne Schönheitskönigin

Neben der pflanzlichen Manifestation des christlichen Glaubens, wurde die Passionsblume auch aufgrund ihrer exotischen Schönheit nach Europa gebracht und als Zierpflanze kultiviert. Weit und breit waren Botaniker und Pflanzenliebhaber von dem einmaligen Blütenbau des Kletterstrauchs fasziniert. Heute unterscheidet man mehr als 500 Arten der Passionsblume, die überwiegend in den Regionen Süd-, Mittel- oder Nordamerikas heimisch sind. Ihr Blumenkleid gleicht einem bunten Farbenspiel und reicht von reinweiß über gelb, rosa, orange und rot in die verschiedensten Lila-Töne. Die Blüten können ein- oder mehrfarbig sein. Und auch was Größe und Form ihrer Blütenpracht angeht, ist sie ein echter Tausendsassa. Doch trotz ihrer ungezähmten Schönheit, sind die Blüten der Passionsblume von eher zurückhaltender Natur: Die einzelnen Blüten zeigen meist nur ein bis zwei Tage lang ihre Pracht, bevor sie verblühen.

Für Leib und Seele

Die Passionsblume ist nicht nur hübsch anzusehen, sondern bietet auch reichlich Nahrhaftes: Rund 60 ihrer Arten bilden essbare Früchte, wie beispielsweise die Passiflora edulis, die hierzulande besser als Maracuja bekannt ist. Ihre wohltuende Wirkung auf gestresste Seelen und unruhige Geister ging erst rund 300 Jahre nach ihrer Ankunft in Europa in die hiesige Kräuter- und Arzneimittelkunde ein. Die amerikanischen Ureinwohner waren hier den Europäern um einige Schritte voraus: Schon Jahrhunderte zuvor galt die Passionsblume als fester Bestandteil der südamerikanischen Volksmedizin. Heute wird sie auf der ganzen Welt als traditionelles pflanzliches Arzneimittel bei nervöser Unruhe und Schlafstörungen eingesetzt, genauer gesagt die Trockenextrakte aus ihrem Kraut. In beruhigenden Arzneitees wird die exotische Pflanze oft mit ähnlich wirkenden Heilkräutern wie Lavendel, Baldrian oder Hopfen kombiniert.

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