5 skurrile Tee-Fakten

Ausgefallene Stories aus tausenden Jahren Geschichte

Der chinesische Kaiser trank ihn nur unberührt, in Myanmar wird er gegessen und die Ostfriesen führten Krieg um ihn: Wir blicken auf die ungewöhnlichen Facetten des Tees.


Genmaicha: Tee mit Reis

Als in Japan der Tee seinen Weg aus den Klöstern in die Gesellschaft fand, verbreitete er sich schnell in alle Bevölkerungsschichten. Das einzige Problem: Er war teuer und daher für die ärmere Bevölkerung kaum als alltägliches Getränk geeignet. Die Lösung: Reis, der als Grundnahrungsmittel günstig zu haben war.

Naturreis wurde geröstet und anschließend den Teeblättern beigemischt. Dieser gestreckte „Genmaicha“ („Genmai“ bedeutet Naturreis und „Cha“ Tee) schmeckte so gut, dass er schnell große Verbreitung fand – bis in die reichsten Schichten. Der Grund: Stärke und Zucker des gerösteten Reises verleihen dem eher bitteren Grüntee ein süßeres, nussiges Aroma. Auch heute noch ist Genmaicha in Japan ein beliebtes Getränk und mittlerweile auch als Trendgetränk in Deutschland angekommen.

Des Kaisers unberührter Tee

Das, was wir heute als grünen oder schwarzen Tee kennen, stammt aus den Blättern der „Echten Teepflanze“, oder Camellia sinensis. Mit einer Besonderheit: Für weißen Tee werden nur die ungeöffneten Knospen und jungen Blätter verwendet. Das macht ihn heute wie früher teuer und exklusiv, denn die fragilen Teeknospen müssen äußerst behutsam geerntet, getrocknet und weiterverarbeitet werden.

Einem chinesischen Kaiser konnte es vor ca. 4000 Jahren gar nicht behutsam genug sein. Der Legende nach ließ er seinen weißen Tee ausschließlich von Jungfrauen ernten, die dabei Handschuhe trugen und die Knospen mit goldenen Scheren in goldene Schalen schnitten. Der Tee sollte nie von Menschenhand berührt werden und dadurch „rein“ bleiben.

Wer mal Tee á la Kaiser probieren möchte, kann das auch heute noch tun: In Sri Lanka wird nach wie vor exklusiver weißer Tee hergestellt, der mit Handschuhen geerntet und weiterverarbeitet wird. Nicht ganz so royal, aber dafür ziemlich lecker: Unser Perfect Me Functional Tea mit weißem Tee. Er gibt ein kräftigendes Gefühl für den Alltag und das ebenfalls enthaltene natürliches Vitamin C aus Acerola-Saftkonzentrat unterstützt einen normalen Energiestoffwechsel.

Lahpet oder Tee als Snack

Regelmäßige Leser unseres Blogs wissen ja schon, dass Tee in China ursprünglich mal als „bitteres Gemüse“ galt, bevor man sich eines Besseren besann und ihn zum Getränk umfunktionierte. Das heißt aber nicht, dass Tee von der Speisekarte verschwunden ist. In Myanmar wird auch heute noch „Lahpet“ gegessen.

Dazu werden Blätter der Teepflanze eingemacht oder fermentiert. Der so verarbeitete Tee wird dann zum Beispiel als Salat gegessen, mit Gemüse oder Fleisch frittiert oder einfach mit Knoblauch und Chili serviert. Es gibt auch süße Varianten, die mit Milch und Zucker zubereitet werden. Historisch wurde Lahpet als Versöhnungs-Geste nach einem Krieg oder Konflikt gereicht. Heute gehört er in Myanmar immer noch zu jedem feierlichen Anlass als Snack oder Nachtisch dazu.

 

Grashüpfer, Panda und Co.: Tierischer Tee

Ein chinesischer Geschäftsmann hatte 2011 eine findige Idee: Er düngte seinen Tee mit den Ausscheidungen von Pandas. Die knuffigen Bären verdauen nämlich nur einen Bruchteil ihrer Nahrung, weshalb ihre Ausscheidungen im Umkehrschluss ja noch voller Nährstoffe sein und den Tee zum Supertee machen müssten – zumindest in der Theorie. Die ersten 50 Gramm des Tees wurden für stattliche 3500,- € verkauft. Wie er geschmeckt hat, ist aber leider nicht bekannt.

Kleinere Tierchen haben in der chinesischen Tee-Herstellung aber durchaus Tradition. Der „Dongfang Meiren“ wird beispielsweise aus Teeblättern hergestellt wird, die vorher von einer speziellen Grashüpfer-Art angeknabbert wurden. Im Teeblatt werden daraufhin chemische Verbindungen freigesetzt, die den Tee süßlich schmecken lassen.

Der ostfriesische Teekrieg

Die Ostfriesen und ihr Tee ist eine echte Liebesgeschichte. Schon seit knapp 300 Jahren ist das Heißgetränk nicht mehr aus dem plattdeutschen Land wegzudenken. Mitte des 18. Jahrhunderts versuchte sich Preußen, zu dem Ostfriesland gehörte, im Überseehandel – auch, um die Teelust der Ostfriesen zu befriedigen. Der Siebenjährige Krieg kam dazwischen, der Teehandel ging schief und um teure Importe zu verhindern, verbot der preußische König den Tee kurzerhand. Stattdessen sollten Produkte genutzt werden, die in der Heimat angebaut und hergestellt werden konnten, etwa Hopfen oder Zitronenmelisse.

Heute wie damals lassen sich aus beiden leckere und beliebte Getränke herstellen; neben dem Klassiker Bier ist Hopfen zum Beispiel auch in Tees beliebt, etwa in unserem Gute Nacht Tee. Die Ostfriesen bestanden aber auf ihren Tee – und schmuggelten ihn kurzerhand ins Land. Die preußische Regierung reagierte mit Verboten und Erlassen. Dieser Schlagabtausch hielt über 10 Jahre an und wurde später als „Teekrieg“ bezeichnet. Mit einem Sieger: Ein entnervter König lenkte letztlich ein und gestattete den Ostfriesen ihren geliebten Teegenuss wieder.

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