Wenn der Grummelzwerg im Bauch keine Ruhe gibt

Tipps gegen Bauchschmerzen bei Kindern

Ein schmerzverzogenes Gesicht, große Kulleraugen mit Tränchen und die Hand auf dem Bauch: Ihr Kind hat Bauchschmerzen. Das kann niemand brauchen und Kinder schon gar nicht. Umso wichtiger ist es, dass die kleinen Helden schnell wieder auf die Beine kommen. Unsere Tipps und Tricks unterstützen bei klassischen, kurzweiligen Bauchmerzen, Blähungen, Völlegefühl und leichten krampfartige Magen-Darm-Störungen.


Zwar sind Bauchschmerzen in den meisten Fällen nicht gefährlich, sollten aber dennoch gut beobachtet werden. Die Ursachen können nämlich sehr verschieden sein. Eine zu große Portion des Lieblingsessens oder ein quer sitzender Pups können genauso Grund für ein schmerzendes Bäuchlein sein wie Aufregung, Ängste oder Stress – bis hin zu Magen-Darm-Infektionen oder Verstopfungen. Beobachten Sie Ihr Kind in jedem Fall genau und gehen Sie bei langanhaltenden Schmerzen oder zusätzlichen Beschwerden wie Fieber, Erbrechen und Durchfall unbedingt zum (Kinder-) Arzt.


Wärme von außen

Damit sich die Muskeln entkrampfen, ist die altbekannte Wärmflasche oder ein Kirschkernkissen eine gute Wahl. Dies fördert die Durchblutung und lässt Ihr Kind entspannen. Ein Handtuch federt dabei die Hitze ab. Solche "Anwendungen" haben den zusätzlichen Vorteil, dass Kinder darauf normalerweise nicht mit Ablehnung oder sogar Angst reagieren – was bei Medikamenten usw. ja oft und gern der Fall ist. Wenn es nun zusätzlich genug Kuscheleinheiten gibt, ist der kleine Patient in vielen Fällen schon genesen. Die heilende Wirkung des (in dem Fall tatsächlich "warmen") Gefühls, dass sich gekümmert wird, ist nie zu unterschätzen – bei Kindern zählt das meist doppelt. Weitere Maßnahme, damit Ihre Tochter oder Ihr Sohn vergisst, wie äußerst gemein die Welt heute zu sein scheint: Zusammen bei einem Kinder-Hörbuch entspannen oder eine heldenhafte Geschichte vorlesen und dabei die Bauchschmerzen gemeinsam ein bisschen wegkuscheln.

Sollte sich noch keine Besserung einstellen, könnte eine sanfte Bauchmassage helfen. Diese verschafft unbequemen Lüftchen Freiraum und wirkt beispielsweise bei Verstopfungen darmanregend. Die richtige Massage kann den Darm aber auch beruhigen, wenn es eine zu große Portion des Lieblingsessens war. So eine kleine Massage ist ganz einfach: Ihr Kind macht es sich auf dem Rücken bequem, Sie halten es seitlich am Rumpf mit beiden Händen. Legen Sie dann die Daumen rechts und links neben den Bauchnabel und lassen diese ruhig kreisen. Beobachten Sie am besten Ihr Kind, wie es darauf reagiert.


Wärme von innen: Ein guter Zaubertrank

Oft können Schmerzen leider nicht mit einem Fingerschnipp verschwinden – sie können aber mit jedem Schluck eines helfenden Tees weniger werden. Aus der Kräuterapotheke gibt es einige Heilpflanzen, die für ihre Eigenschaften sehr geschätzt und in Tees verarbeitet werden:

  • Anis, (bitterer) Fenchel, Kümmel: verdauungsfördernd, krampflösend, antibakteriell
    Diese drei Pflanzen harmonieren im klassischen Anis-Fenchel-Kümmel-Tee.
  • Kamille: entzündungshemmend und entkrampfend
    Die Blüten der Kamille werden gerne pur mit heißem Wasser aufgegossen oder in einer Teemischung verwendet.
  • Pfefferminze: verdauungsfördernd, krampflösend, antibakteriell und anregend.
    Oft werden die getrockneten oder frischen Pfefferminzblätter pur im Tee getrunken, werden aber ebenfalls in Mischungen verwendet. Vorsicht ist bei einer Anwendung bei Babys und Kleinkindern geboten (siehe Infobox).
  • Angelikawurzel (Engelwurz): krampflösend und verdauungsfördernd
    Diese Wurzel wird eher in Teemischungen verwendet und mit Kümmel und/oder Pfefferminze kombiniert.

Medizin darf auch schmecken

Bei diesen vereinten Pflanzenkräften spielt auch die Geschmackskomponente eine Rolle. „Medizin muss nicht schmecken, sondern helfen“ ist eine Weisheit, mit der Kinder eher wenig zu überzeugen sind – und nur ein Zaubertrank, der regelmäßig getrunken wird, kann helfen.

Wie wäre es also mit einem Kindertee für die kleinen Gourmets? Sie gibt es als Kräuter- oder Arzneitee und sind eine gute Wahl bei unterschiedlichen Beschwerden im Säuglings- bis Kindesalter ab 12 Monaten. Diese Teemischungen sind besonders an Vorlieben der Kleinen ausgerichtet, sodass gute Kindertees meistens fruchtiger, dennoch mild, und frei von künstlichen Aromen sind.  In unserem Bio Magen-Darm-Tee für Kinder runden etwa Malvenblüten und Zimt den Geschmack ab.

Hinweis zu ätherischen Ölen: Heilkräuter enthalten ätherische Öle, denen wir die positiven Effekte auf unseren Körper verdanken. Kleinkinder und Säuglinge können darauf jedoch unter Umständen mit Atemnot reagieren. Daher sollten diese nicht um Mund und Nase aufgetragen werden. Auch (getrocknete) Pfefferminzblätter enthalten einen hohen Anteil ätherischer Öle. Befragen Sie vor Anwendungen in jedem Falle Ihren Kinderarzt.

Den Grummelzwergen keine Chance geben

Ein bisschen Bauchweh gehört wohl zum Großwerden dazu. Säuglinge haben beispielsweise in den ersten Monaten nach der Geburt öfters krampfartige Bauchschmerzen, die sogenannten 3-Monats-Koliken.

Diese einfachen Tipps können Ihnen und Ihrem Kind helfen, einem schmerzenden Bäuchlein vorzubeugen und solche ungebetenen Gäste, fernzuhalten:


Bei Säuglingen:

  • Der Klassiker: das Kind über die eigene Schulter legen und sachte auf den Rücken klopfen: Die so provozierten Bäuerchen helfen, Luft im Bauch nach der Mahlzeit wieder loszuwerden  
  • Zeit zum Stillen & Trinken nehmen, um das Schlucken von zu viel zusätzlicher Luft möglichst zu verhindern
  • Kleine Bauchmassagen
  • Flaschennahrung nicht schütteln, sondern lieber vorsichtig umrühren, damit sich keine aufblähenden Luftblasen bilden

Bei Kleinkindern:

  • Ruhe und Zeit zum Essen und Trinken nehmen
  • (Auf-)Blähende Lebensmittel & Getränke vermeiden (z. B. Kohl, Zwiebeln, Linsen, Bohnen, sprudelnde Getränke)
  • Vollkornprodukte sind gesund, werden aber nicht von jedem gut vertragen
  • Auch wenn die Augen noch so groß sind: lieber kleinere Portionen auf den Tisch und Vorfreude auf die nächste Portion machen
  • Bewegung lässt manches Lüftchen frei werden

Besonders in der Kindergarten- und Schulzeit ist dann das Risiko von Magen-Darm-Erkrankungen erhöht, Viren und Bakterien gehen gerne reihum. Hier kann man nun nicht sehr viel mehr machen, als zu versuchen, dem kleinen Abenteurer beizubringen, sich immer nach dem Toilettengang die Hände zu waschen. Es wäre schließlich schade, wenn Bauchschmerzen auf dem Weg der Weltentdeckung einfach nur stören.

Liebe ist der höchste Grad der Arznei.

Paracelsus, 1493 – 1541

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