Von Tschaje zu Tee

Die Geschichte des besten Getränks der Welt

Wo Menschen sind, da ist auch Tee – und das ist bereits seit vielen tausend Jahren so. Denn eins ist mal klar: Eine heiße oder kalte Tasse leckeren Tees kann wahre Wunder wirken! Doch wie kam es eigentlich dazu, dass wir heute leckere Tees trinken? Werfen Sie einen Blick auf die erstaunliche Geschichte des beliebtesten Getränks der Welt:


Schon im 3. Jahrhundert vor Christus wurde in China nachweislich die Teepflanze kultiviert. Dabei wurden die Blätter gar nicht unbedingt in einem wohlschmeckenden Aufguss getrunken, sondern auch gegessen: Die ersten Aufzeichnungen von Tee überliefern die Teepflanze als „Bitteres Gemüse“. Bei dem Namen ist dann auch verständlich, dass sich letztendlich der Aufguss als Genussform von Tee durchgesetzt hat.

Der „Tschaje“ oder „Chaa“ – wie man den Tee früher in Anlehnung an seinen asiatischen Namen hier in Europa nannte – wurde anfangs in trockene Klumpen gepresst und vor dem Aufgießen in die Tasse gebröselt. Ein Überbleibsel davon findet man auch heute noch: Zum Beispiel in Form von Matcha- oder Pu-Erh-Tee. Dieser Tee kam in buddhistischen Klöstern als Meditations-Begleiter zu großer Beliebtheit und Verbreitung.

Ein Mönch war es auch, der den Tee im 6. Jahrhundert nach Japan brachte – und damit den Grundstein für die besonders innige Beziehung der Japaner zu ihrem Tee legte.

Nachdem der Tee über die Klöster und Adelshöfe hinaus Verbreitung fand, wurde er im 14. und 15. Jahrhundert zum Massenprodukt – als Getränk und in seiner heute üblichen Form als loser Tee. Bis dahin waren es vor allem Reiche, Adlige und Mönche, die die Vorzüge einer frischen Tasse Tees genießen konnten.

Dabei war die Teepflanze nur eine von vielen Kräutern, Sträuchern, Rinden, Gräsern und allerlei anderer Pflanzen, die vor allem für ihre medizinische Wirkung zu Aufgüssen verarbeitet wurden. Auch heute noch spielen Kräuter und Kräutertees eine wichtige Rolle: Hierzulande ebenso wie in der traditionellen chinesischen Medizin. Etwa im „Leung cha“, dem „kühlenden Tee“, der auch heute noch beliebt ist und bei einer ganzen Reihe von Beschwerden helfen soll. Er wird unter anderem aus Bittermelone, Löwenzahn und Stechpalme hergestellt.

Wohltuende und lindernde Kräutertees werden auch hierzulande nachweislich schon seit über tausend Jahren getrunken. Kamille, Lindenblüte und Formen der Minze sind Beispiele für echte, historische Tee-Evergreens. Wie in China hat Tee als Arznei auch in Europa über die Jahrhunderte nichts von seiner Beliebtheit eingebüßt. Im Gegenteil: Für vielerlei Beschwerden kann heute auf die Heilkraft der Natur zurückgegriffen werden – zum Beispiel mit unseren Bad Heilbrunner® Arznei- und Kräutertees.

Kein Wunder, dass in allen Teilen der Erde leckere oder nützliche Aufgüsse aus Pflanzen aller Art kreiert wurden. In Australien schworen bereits die Ureinwohner auf eine Infusion aus Blättern des sogenannten „Teebaums“ (Leptospermium) – der allerdings außer dem Namen nichts mit der klassischen Teepflanze zu tun hat.

Bei Ausgrabungen in Ägypten entdeckte man getrocknete Pfefferminze als Grabbeigabe – schon vor 3.000 Jahren wurde sie als krampflösende, verdauungsfördernde und antibakterielle Heilpflanze geschätzt.

In Südamerika hatte es den Ureinwohnern ein anderer Aufguss angetan: Der Mate-Tee ist dort immer noch buchstäblich in aller Munde. Und im südlichen Afrika wird Rooibos- oder Rotbusch-Tee bereits seit über 300 Jahren aus der Rinde des Rotbuschs hergestellt.

Bis die „klassische“ Teepflanze nach Europa kam, verging allerdings einige Zeit – etwa 1.000 Jahre. Denn erst Anfang des 17. Jahrhunderts fanden die würzigen Blätter der „Camilla sinensis“ ihren Weg hierher. Zunächst zu unseren Nachbarn: Niederländische Händler brachten sie auf ihren Handelstouren über das heutige Indonesien nach Europa.

Mit 50 Jahren Verspätung und portugiesischer Hilfe wurde Tee dann auch im Teeland Großbritannien ein Hit. Und zwar als Lieblingsgetränk von Katharina, der portugiesischen Gattin des englischen Königs Karl II.

Die Liebe der Briten zu ihrem Tee führte schnell zu Problemen: Der Preis für den Import aus China war einfach zu hoch, zudem gab es politische Verwerfungen in Folge des Opiumhandels mit dem Reich der Mitte. Um den Chinesen ihr Monopol streitig zu machen, schmiedeten die Briten einen waghalsigen Plan: Sie schickten einen Undercover-Botaniker, um chinesische Teepflanzen zu klauen und ins Empire zu bringen – quasi im Geheimauftrag ihrer Majestät. Der Tee-Spion kehrte erfolgreich zurück und fortan genossen die Briten ihren eigenen Tee – angebaut in Indien, das damals noch zum britischen Empire gehörte. Übrigens sind China und Indien noch heute die zwei größten Teeproduzenten der Welt.

Etwa hundert Jahre später sollte der Tee dann eine ganz andere Rolle spielen: Bei der „Boston Tea Party“. Aus Protest gegen die britischen Kolonialherren kaperten amerikanische Revolutionäre ein britisches Frachtschiff und beförderten den an Bord befindlichen Tee samt und sonders ins Hafenbecken von Boston – eine „Tee-Party“ der besonderen Art und ein Akt des gewaltfreien Aufstandes, der in der amerikanischen Revolution und der Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika münden sollte.

Eine ganz besondere Lovestory verbindet die Ostfriesen mit dem Tee. Von den benachbarten Niederlanden auf den Geschmack gebracht, entstand eine große Tee-Liebe, die bis heute anhält: In Ostfriesland wird durchschnittlich mehr Tee getrunken, als in Großbritannien.

Ob als Arznei oder einfach nur zum Genießen: Tee war schon immer ein echter Renner – ob nun aus der klassischen Teepflanze hergestellt, aus Kräutern oder aus Früchten.

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