Kümmel – mehr als ein Gewürz

Antikes Heilkraut, mittelalterliche Schutzpflanze und königlicher Hochgenuss

Der Kümmel verfeinert nicht nur allerlei Köstlichkeiten, sondern ist auch als Heilpflanze seit Jahrhunderten ein echter Superstar. Was die dunkelbraune Frucht der Kümmelpflanze noch so kann, lesen Sie hier.


Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten – so auch beim Kümmel.  Bei kaum einem anderen Gewürz scheiden sich die Geister mehr als bei seinem würzig-herben Aroma. Dabei ist die Geschichte des Kümmels als wohltuende Würze viele tausend Jahre alt: Bereits in der Steinzeit sollen die dunkelbraunen Früchte des Doldenblütlers buchstäblich in aller Munde gewesen sein. Ursprünglich stammt der Carum carvi, so sein lateinischer Name, aus dem Mittelmeerraum, dem Nahen Osten und Nordafrika.

Auf dem Teller und im Tee

Die einen mögen das gemeinhin älteste Gewürz Europas besonders gerne zu deftigem Schweinebraten, herzhaften Kartoffelgerichten oder allerlei Kohlgerichten. Die anderen verzehren ihn nur, wenn es wirklich sein muss. Denn was seine wohltuenden Eigenschaften und heilenden Kräften angeht, sind sich Gaumen, Bauch und Wissenschaft einig: Der Kümmel kann nicht nur Gerichte verfeinern, er macht sie auch bekömmlicher. Grund dafür ist das ätherische Öl, das sich im Inneren seiner Früchte verbirgt. Dieses wirkt krampflösend und appetitanregend. Schon in der Antike wusste man um seine heilende Wirkung bei Verdauungsbeschwerden, Blähungen und Völlegefühl. Auch heutzutage ist der Kümmel bei Magen- und Darmbeschwerden gern gesehen – und am besten in einer wärmenden Tasse Tee. Deshalb haben wir seine heilenden Kräfte auch in unseren Magen- und Darm Tee und unseren Verdauungs Tee gepackt.

Zauberkraut mit adeligem Ruf

Aber das ist noch nicht alles: Im Mittelalter wurden dem Kümmel sogar magische Kräfte zugesprochen. Wer Kümmelkörner in einem Beutel stets bei sich trug, der sollte vor Hexerei geschützt sein. Und auch der Nachwuchs blieb von bösen Geistern und Dämonen verschont, wenn man ihn unter die Wiege der Neugeborenen legte.

So nahm sich Karl der Große persönlich dem Kümmel an und verfügte die Pflanze überall auf den kaiserlichen Äckern und Gärten anzupflanzen. Nach einer Überlieferung war es ausdrücklich erwünscht, bei der Aussaat ordentlich zu schimpfen und zu fluchen, denn dann würde er hervorragend gedeihen. Dahinter steckt der altertümliche Glaube Kümmel könne dabei helfen Kummer und Sorgen loszulassen.

Für ein Gläschen in Ehren

Neben seiner Karriere als Gewürz und Heilkraut hat der Kümmel sich seit dem 16. Jahrhundert auch als Spirituose einen Namen gemacht. Der gleichnamige Schnaps, oder auch Kimmel genannt, ist besonders im Norden Deutschlands und in den skandinavischen Ländern bekannt und beliebt. Sein würziger Geschmack und seine leicht bittere Note sollen aber nicht dazu dienen, Kummer und Sorgen zu ertränken, sondern die Verdauung nach einem deftigen Festessen anzuregen.

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