Frauenmantel: Eine Pflanze mit magischen Kräften?

Nicht nur der Damen liebstes Kraut

Der Frauenmantel gilt als mystische Pflanze. Welche sagenumwobenen Kräfte dem gelbgrünen Rosengewächs nachgesagt werden, lesen Sie hier.


Ursprünglich stammt der gelb blühende Frauenmantel aus Osteuropa und Asien. Mittlerweile ist er auch in unseren Gefilden heimisch. Ob am Wegesrand oder am Seeufer, der Frauenmantel gedeiht überall an halbwegs sonnigen Orten. Er ist besonders pflegeleicht und deshalb auch bei Hobbygärtnern beliebt. Seinen Namen bekam er aufgrund der Form seiner Blätter, die einem im Wind wehenden Damenmantel ähneln.

Von Alchemisten empfohlen

Im Gegensatz zu seinen überschaubaren Pflegebedürfnissen sind die ihm zugeschriebenen Kräfte umso spektakulärer. Die meisten dieser sagenumwobenen Fähigkeiten betreffen eine ganz besondere Eigenschaft seiner Blätter: Aus seinen Blattspitzen „schwitzt“ der Frauenmantel Wasser, welches sich in der Blattmitte zu einem großen Tropfen ansammelt. Da sich seine gelben Blüten in dem Wassertropfen spiegeln, glaubte man früher, die Tropfen seien aus purem Gold. In der Wissenschaft nennt man diese Tröpfchen, die leider nur aus Wasser bestehen, „Guttationstropfen“. Vor allem für Druiden und Alchemisten des Mittelalters galten sie als äußerst kostbares Gut. Letzteren verdankt der Frauenmantel auch seinen botanischen Namen Alchemilla. Mit der Hilfe des Guttationstropfens glaubten die experimentierfreudigen Gelehrten, den sagenumwobenen „Stein der Weisen“ herstellen zu können, der wertlose in wertvolle Materialien verwandeln sollte.

Schönheitselixier, Wetterpflanze und Blitzableiter 

Nicht nur Goldmacher und Zauberer waren von den sagenumwobenen Tropfen fasziniert. Junge Mädchen nutzten die Tropfen früher als Schönheitselixier. Wer sich damit das Gesicht wusch, der sollte ewig schön sein – und außerdem lästige Sommersprossen loswerden.

Neben der Schönheitspflege sollte der Frauenmantel auch das Wetter voraussagen können: Wenn er an seinen Blättern Wassertröpfchen absondert, würde es bald anfangen zu regnen. Das „Gewittergras“, wie der Frauenmantel früher vielerorts auch genannt wurde, sollte aber nicht nur Unwetter vorhersagen, sondern auch, an Fenstern, Türen oder dem Dachfirst angebracht, vor Blitzschlag schützen können.

Nicht nur für die Damenwelt eine Wohltat

Ein weiterer Spitzname des Frauenmantels weist aber auf sein hauptsächliches Anwendungsgebiet hin: „Aller Frauen Heil“. Aus ihm wurde ein Elixier hergestellt, das als Notfalltropfen bei allen möglichen Frauenleiden genutzt werden kann. Doch nicht nur die Damenwelt hat die vielseitige Pflanze für sich entdeckt: Im Alpenraum sollen auch heute noch die alten Herren den Frauenmantel zu sich nehmen, da ihm nachgesagt, wird die Potenz zu erhalten.

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