Einmal um die Welt –
Tee in verschiedenen Kulturen

Tee ist Genuss, Wohlbefinden, Harmonie – und in vielen Ländern ein traditionsreiches Kulturgut. Ob vornehm wie bei den Briten oder aufwendige Bräuche wie in China, jedes Land hat seine eigenen Vorlieben in Sachen Teetrinken. Lesen Sie mehr über die verschiedenen Teekulturen.


Großbritannien:
Mit einem Schuss Milch bitte

In Großbritannien ließe sich darüber streiten, wer beliebter ist: Die Queen oder der Earl Grey. Der schwarze Tee wird traditionell mit einem Schuss Milch serviert. Dass er zum britischen Nationalgetränk wurde, ist Königin Victoria zu verdanken. Sie führte im 19. Jahrhundert den Afternoon Tea ein, der auch heute noch nach fester Etikette zelebriert wird. Beispielsweise darf der Tassenhenkel nur mit Daumen und Zeigefinger gehalten werden und es sollte nur in kleinen Schlückchen getrunken werden.

China: Die Mutter aller Tees

In China liegt nicht nur der Ursprung des Teeanbaus, sondern das Land ist auch weltgrößter Exporteur von grünem Tee. Die Legende besagt, dass der chinesische Kaiser Shen Nung im Jahre 2737 v. Chr. zufällig auf den Tee stieß als er unter einem Baum Wasser aufkochte. Durch einen leichten Windstoß fielen Blätter in das heiße Wasser und es verfärbte sich hellgrün. Der Kaiser probierte und fand es köstlich. Auch heute trinken die Chinesen am liebsten Grünen Tee.

Ostfriesland:
Der ungeschlagene Weltmeister

Die Ostfriesen sind Weltmeister im Teetrinken. Ganze 300 Liter werden jedes Jahr pro Kopf getrunken. Serviert wird der traditionelle Ostfriesentee: Eine Mischung aus verschiedenen Sorten schwarzen Tees, verfeinert mit einem Schuss Sahne und weißem Kandis. Die Sahne darf jedoch nicht verrührt werden, sonst könnte der typische Geschmack verloren gehen. Drei Tassen Tee sind Ostfriesenrecht. Aber wer nach der dritten Tasse nicht den Löffel in die Tasse stellt, dem wird unaufgefordert nachgeschenkt.

Indien: Die Mischung macht‘s

In Indien wird der sogenannte „Chai“ getrunken. Der schwarze Tee wird mit einer Gewürzmischung aus Kardamom, Ingwer, Nelke, Zimt und Pfeffer aufgekocht. Zusammen mit Milch und jeder Menge Zucker erhält man den einzigartigen, gleichzeitig scharfen und süßen Geschmack des Chai Tees. Jede Region Indiens, fast schon jede Familie, hat ihr eigenes Rezept, wie er zubereitet wird. Tee ist in Indien ein Zeichen von Gastfreundschaft und soll Wärme und Geborgenheit vermitteln.

Südamerika: Der Trank der Götter

Die Südamerikaner bevorzugen eine ganz spezielle Variante: Den Mate-Tee. In vielen südamerikanischen Ländern gilt er als Nationalgetränk und wird als der “Trank der Götter” bezeichnet. Der Tee wird aus den Blättern des Mate-Strauchs gewonnen, die getrocknet und anschließend zerkleinert oder ganz zu Pulver vermahlen werden. Traditionell wird der Mate-Tee in einem speziellen Gefäß namens “Kalebasse” serviert, das aus einem ausgehöhlten Flaschenkürbis hergestellt wird. Die Einheimischen schätzen den Mate-Tee vor allem wegen seiner schonend-anregenden Wirkung.

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