Der Frühling ist da!

Krautige Maibräuche und -traditionen

Mit zahlreichen, farbenfrohen Bräuchen wurde früher vielerorts der Wonnemonat Mai willkommen geheißen. Und auch heute noch laden in der Nacht zum 1. Mai viele Traditionen zum Feiern ein. Dieses Jahr müssen wir wohl leider auf rauschende Maifeste verzichten, dafür freuen wir uns umso mehr nächstes Jahr die vielen, bunten Maibräuche und -traditionen wieder aufleben zu lassen!


Wenn’s draußen angenehm warm ist, zarter Frühlingsduft in der Luft liegt und überall bunte Blumen blühen, dann ist er da, der Wonnemonat Mai. Mit kaum einem anderen Monat verbinden sich so viele Bräuche und Traditionen. Die meisten von ihnen sind dem Frühling und der erwachenden Natur gewidmet, wie das Maibaumstellen oder die Walpurgisnacht.

Die Hexen sind los!

In der Nacht zum 1. Mai werden in der Regel vielerorts Feste unter dem Motto „Tanz in den Mai“ veranstaltet. Dieser feuchtfröhliche Brauch diente traditionell dazu, mit Tanz und Musik die bösen Geister des Winters zu vertreiben und den Frühling willkommen zu heißen. Da man früher glaubte, dass es sich bei den Feierwütigen eigentlich um Hexen handle, wurde diese Nacht auch als Hexennacht oder Walpurgisnacht bekannt. Um in dieser Nacht das Haus vor dunkler Magie zu schützen, streute man geweihtes Salz vor die Türschwelle. Auch Hagebutten dienten dazu die Hexen fern zu halten. Und wer Holunder bei sich trug, dem konnten ihre Zauberkräfte nichts anhaben.

Maibäume und Liebesschwüre

Am 1. Mai tanzen nicht nur Hexen um das Feuer, sondern auch Normalsterbliche um einen Baum. Besonders in Bayern ist der Brauch des Maibaumstellens noch weit verbreitet. Am Morgen des 1. Mai wird der Maibaum, meistens eine Fichte, aufgestellt und bunt geschmückt. Da kann auch schonmal hier und da ein Streit zwischen den Dörfern und Gemeinden entfachen, wer den Schönsten hat.

Der Frühling und vor allem der Monat Mai stehen ganz im Zeichen der Liebe. Kaum verwunderlich also, dass das Maistecken oder die Liebesmaien dieser gewidmet sind. Junge Burschen klettern auf die Häuser ihrer Liebsten, um dort eine junge Birke abzulegen. Andernorts wird die Birke geschmückt und vor dem Haus der Angebeteten aufgestellt.

Frühlingshafter Gaumenschmaus

Neben rauschenden Festen und Liebeschwüren wird im Mai auch kräftig gerührt – und zwar die Maibutter. Die schaumig gerührte Butter wird mit Meersalz, Zitronensaft und frischen Kräutern wie Bärlauch, Schnittlauch oder Melisse verfeinert. Danach kommt das Ganze in den Kühlschrank und kann am Morgen des 1. Mai serviert werden. Früher glaubte man, dass die Maibutter besonders schmackhaft wird, wenn man sie um Mitternacht und am besten nackt zubereitet.

Zum saftigen Maibutterbrot schmeckt ein kräftiger Schluck Maibowle. Dabei ist das Ansetzen der Bowle Familiensache. Am 1. Mai zieht die ganze Familie aus, um an von Generation zu Generation weiter gegebenen geheimen Plätzen Waldmeister, Zitronenmelisse und Minze zu pflücken. Für die Maibowle darf der Waldmeister aber noch nicht blühen. Als Bündel werden die Kräuter kopfüber in eine Flasche mit gut gekühlten, spritzigen Weißwein gehängt. Wichtig ist, dass die Stiele der Kräuter nicht miteintauchen. Anschließend kommt die Flasche zum Ziehen in den Kühlschrank. Danach werden die Kräuter herausgenommen und das Ganze mit gekühlten Sekt aufgegossen.

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