Echter Kümmel (Carum Carvi L.) zur Arzneipflanze des Jahres 2016 gekürt

Die einen mögen ihn gerne, die anderen gar nicht – beim Kümmel (auch: Wiesenkümmel oder Gemeiner Kümmel genannt) scheiden sich die Geister! Der Mehrheit sind Kümmelsamen nur als klassisches Gewürz in schwer verdaulichen Speisen bekannt, dabei können die getrockneten Früchte der Pflanze, noch viel mehr: Sie enthalten zwischen 3 bis 7 Prozent ätherische Öle, aus denen mittels Wasserdampfdestillation medizinisch besonders bedeutsames Kümmelöl gewonnen wird und nachweislich über krampflösende und antimikrobielle Eigenschaften verfügt.

Das klare, farblose bis gelblich schimmernde Kümmelöl enthält als Hauptbestandteil mit über 50 Prozent den Stoff Carvon, welchem die Hauptwirkungen des Kümmels zugeschrieben werden. Laut Dr. Johannes Gottfried Mayer vom Institut für Geschichte der Medizin (Universität Würzburg) ist die Anwendung von Kümmelöl bei leichten krampfartigen Beschwerden im Magen-Darm-Bereich, Blähungen sowie Völlegefühl wissenschaftlich anerkannt. Hierfür wird eine zehnprozentige Lösung des Öls ausschließlich äußerlich auf die Bauchhaut aufgetragen und sanft einmassiert. Auch zur Behandlung des Reizdarmsyndroms kann Kümmel eingesetzt werden und ein sehr hilfreiches Mittel sein, um die Beschwerden auf natürliche Weise zu mildern. Die Einnahme sollte in diesem Fall über magensaftresistente Kapseln erfolgen. Weiterhin wirkt Kümmel appetitanregend und bietet als Teezubereitung rasche Linderung bei leichten Verdauungsbeschwerden.

Der Echte Kümmel ist eine in Deutschland heimische sommergrüne, zweijährige krautige Pflanze und gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Kümmel gilt als eine der ältesten Gewürz- und Heilpflanzen Europas und kann auf eine lange Tradition und Geschichte in der Medizin zurückblicken. Wie archäologische Funde zeigten, wurde die Pflanze von Menschen bereits in der Steinzeit genutzt. Im Mittelalter wurden die Kümmelfrüchte u. a. auch bei Harnwegsinfekten und Katarrhen der Atemwege eingesetzt. Schon Hildegard von Bingen hat Kümmel beim Verzehr schwer verdaulicher Speisen empfohlen und ihre verdauungsförderliche Wirkung geschätzt.

Wichtiger Hinweis: Es wird davon abgeraten, den Echten Kümmel selbst zu sammeln, da akute Verwechslungsgefahr mit anderen giftigen Pflanzen, die dem Kümmel stark ähneln, besteht. Hierzu gehören u. a. die Hundspetersilie oder der Wiesenschierling.

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